stellt euch einfach einen Radler mit vier groooßen Hirtenhunden im Schlepptau vor, der wild über die Straße schlingert, dabei seine Verfolger in Türkisch und Deutsch anbrüllt und versucht, sie mit gezieltem Wasserstrahl aus seiner Trinkflasche zum Ablassen zu bewegen ..... :)
Die Türkei ist ein unheimlich vielseitiges Land. Und man ist einfach baff ob eines Radlers, der all diese Entfernungen freiwillig mit dem Rad zurücklegt. Und doch – mit etwas Türkisch, Deutsch, Englisch und viiiiel Gestik und Mimik sitzt man bald beim Tee und plaudert ueber Angela Merkel ... ' she don't like turkish people !???!
Aleppo - Syrien, den 23. Oktober 2005

Et voila! Ich bin im ersten arabischen Land meiner Reise angekommen! 1200 Kilometer Türkei liegen hinter mir. Kalte Nächte, karges Hochland, Apfelplantagen und Berge säumten meinen Weg. Mehrmals lud man mich zum Übernachten ein – und so saß ich mit dem Direktor einer Apfelplantage und seiner russischen Frau im Wohnzimmer und ein Spachengewirr erfüllte den Raum – Englisch, Russisch und Deutsch – denn ich kam in den Genuss einer „Tagesschau” via Satellit.
Natürlich gönnte ich mir den Besuch eines türkischen Bades – und es ist geradezu ein Hochgenuss. Man wird abgeschrubbt, eingeseift, durchgeknetet ... welch Wonne. Nun sitze ich in Aleppo, der größten Stadt Syriens. Eine quirlige Großstadt mit einem wunderschönen, riesigen Souk! Zum Mittag saß ich mit Tommy, einem kroatischen Radler auf dem Weg nach Israel im Hostel und wir tauschten unsere Strategien bezuegl. der Hunde aus! :)
Den Abend beschloss ich schließlich in einem Café, bei Wasserpfeife und Tee, um mich herum eine Riege älterer Herren, die dem Backgammon-Spiel fröhnten und
Zuweilen fuhr ich 70, 80 Kilometer schlicht geradeaus – und doch: an einen kurzen Erholungsschlaf war nicht zu denken, denn es gab eine Spezies, die mir immer wieder ihre volle Aufmerksamkeit zuwandte, um mir den Alltag etwas abwechslungsreicher zu gestalten: die Hunde! Reichten sie mir in Griechenland noch maximal bis zur Wade, so traf ich hier auf prächtige Vertreter Ihrer Art – ohne Mühe würden sie mir in die Hüfte beißen können – natürlich nur um mich aufzuheitern – sobald ich bergab fuhr, mit Rückenwind und eine Geschwindigkeit über 40 Km/h erreichte, lächelte ich nur über solche Attacken – aber das war leider nicht oft – an meinem Tisch drei syrische Jugendliche, mit welchen ich herzlich diskutierte ohne dass ich arabisch oder sie englisch gesprochen hätten. Es funktioniert – irgendwie. Und doch – das Arabisch-Lehrbuch liegt schon griffbereit.
Wohlan. Von hier geht es in die Wüste ...
seid lieb gegrüßt von
Euerm Sebastian :)

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