Armee, deren erklärtes Ziel die Entwaffnung aller Karamojong ist, enden des Öfteren mit dutzenden Todesfällen. Kulturell und linguistisch sind die Karamojong übrigens mit den Turkana und Masai in Kenya und den Stämmen in Süd-Äthiopien verwandt. Wie auch immer - irgendwo dort, in einem versteckten Tal, bewacht von ewig wachsamen Bergmassiven liegt der Kidepo National-Park - unser Ziel.

Die Heimat der Karamojong versprüht einen rauen Charme - es ist heiß und staubig - doch spektakulär. Endlose Baumsavanne, unterbrochen einzig von scheinbar hin gewürfelten Felsmassiven, sorglos liegen gelassene Überbleibsel aus der Spielkiste eines Riesen. UND - an alle Kletterer - ein neues, uraltes Kletter-Eldorado. Jene Felsen - ich nenne sie die ugandische Schweiz! Zugegeben - die Lage im Dreiländer-Eck Sudan-Kenia-Uganda ist nicht gerade „vor der Haustür“, doch der Kletterer, der die Herausforderungen der Anfahrt - 3-5 Tage Anreise von Kampala wobei der letzte Teil unter den wachsamen Augen des zahlreich auftretenden Militärs stattfindet - erfolgreich gemeistert hat und nach „Erstbegehungen“ giert, wird sich schon bald im (Kletter-)Paradies wähnen. 

Kotido - die „Hauptstadt“ von Karamoja, ein Außenposten der Zivilisation. Einzig in der Gegenwart von Generatoren trifft man hier auf Strom, Wasser wird in allgegenwärtigen, gelben 20 Liter Kanistern von Brunnen u. a. Wasserstellen herbeigeschafft. Chapati-Stände überall und - die Armee! Ein Anblick, der einem doch zuweilen ein Schmunzeln in Gesicht zaubert: Soldaten in Schlappen oder Gummistiefeln, die schwarze Plastik-Tüte in der linken, das Sturmgewehr in der rechten Hand; ein alter Jeans-Damengürtel, der auf seine alten Tage als Gewehrtrageriemen herhalten muss... :)
| weiter |

Kampala, Uganda den 26. November 2006

Liebe Gemeinde!
Kampala und kein Ende? Nun - so wird es wohl nicht kommen - obgleich mich diese Stadt mit beiden Händen festzuhalten scheint und der Abschied von Freunden einmal mehr schwer fallen wird - doch gehören Abschiede unweigerlich dazu und noch ist es nicht soweit... :)!

3 Monate in der großen Stadt? - na, na - Uganda ist mehr als Kampala und so beschlossen wir, Karamoja zu erkunden - der äußerste Nordosten des Landes, einen Steinwurf von Kenya, eine Armeslänge in den Sudan. Die Karamojong leben halbnomadisch und es umgibt sie auch heute die Aura des kriegerischen. 4 Hauptstammesgruppen leben im Norden des Sudan, Fehden und Viehdiebstahl sind heuer eher die Regel denn eine Ausnahme. Die traditionelle Strafe für Viehdiebstahl beinhaltet Prügel sowie die „Zahlung“ von bis zu 30 Tieren aus der Herde des Diebes. Doch seit der Einführung des AK 47 verlaufen diese „nicht genehmigten  Vieh-Transaktionen“ oft tödlich. Auch Scharmützel mit der ugandischen