Ruanda gilt als „Land der 1000 Huegel“ - und dieses Bild ist durchaus wörtlich zu nehmen. Berg drängt sich an Berg und windet sich die Straße auch zuweilen schlangengleich zwischen ihnen hindurch so führt sie doch nicht selten darÜBER hinweg. Ein Fest für den ambitionierten Fahrradfahrer! Auch das Wetter verhielt sich "bergmaessig" - so freuten wir uns auf dem Weg nach Ruhengeri über einen 30 km - Aufstieg im nimmerendenwollenden Regen. Hurra! Doch am Ende jenen Tages erreichten wir eben Ruhengeri - eine kleine Stadt, 2200 Meter hoch gelegen, bewacht von fünf mächtigen Vulkanen und - Ausgangspunkt für einen Besuch der letzten Berg-Gorillas. Auf über 3000 Metern, in den dichten Berg-Regenwäldern der Virunga-Vulkane, haben sie ein (letztes) Refugium gefunden, in unmittelbarer Nachbarschaft und doch weitab vom geräuschvollen Getümmel ihrer menschlichen Verwandten.

  -   Ein Besuch bei Verwandten   -
Nach 3 Stunden Aufstieg war es zunächst nicht mehr als ein Schatten, dann dichtes, schwarz glänzendes Haar - ein 150 kg "Black-Back" widmete sich in der Sonne ausgiebig seinem Mittagsmahl. Das gebotene Menü besteht immerhin aus insgesamt 200 verschiedenen Pflanzen. Keine 10 Sekunden später hieß es: Zurücktreten bitte! Weitere Teile der 38 Tiere zählenden Gruppe fanden sich ein - und wir waren plötzlich mittendrin. Der riesige "Silver-Back" - 'Häuptling' döste in der Mitte der Gruppe, die um und auf ihm herumtollenden Nachkommen mit stoischer Ruhe ertragend. Diese majästetischen Tiere strahlen eine erhabene Gelassenheit aus, wirken beinah zufrieden, auch wenn ich weiß, dass das Leben eines Berg-Gorillas oft alles andere als ein „Spaziergang durchs Leben“ ist. (An dieser Stelle sei allen Interessierten das Buch „Gorillas im Nebel“ von Diane Fossey wärmstens ans Herz gelegt.  :)!  )

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Goma, Kongo den 27. Januar 2007

Sagonini!
So lautet das obligatorische „Hallo! Wie geht es Dir?“ in der hiesigen Mundart - 'Lingalla'. Ich bin in Goma/Ost-Kongo. Und das heißt auch - ich bin wieder unterwegs. Am 5. Januar hieß es wieder: Aufsatteln! 700 km bis zur kongolesischen Grenze standen auf dem Programm.Und es begann, wie es endete:  Mazuuungu! - der unvermeidliche Schlachtruf, sobald wir am Horizont erschienen. Wir - Mitch, „mein Japaner“ und meine Person bilden noch immer ein Dream-Team.
In den Pausen wurden wir sofort umzingelt, man starrt, philosophiert über diese seltsame Spezies "Mazungu" und sein mit Sicherheit ausgesprochen teures Gefährt ... sollten wir dazu noch den Versuch starten, zu kommunizieren, ernteten wir nicht selten Gelächter, erstaunte Gesichter schienen zu sagen: Huch! Es spricht! Solch „Kommunikation“ kann an den Kräften zehren - doch einmal mehr - Mimik, Gestik und Humor wirken oft Wunder - und meine neu erworbene Wasserpistole gegen allzu Neugierige sowieso! Auf diese Weise pedalten wir unaufhaltsam den Bergen entgegen ... und waren plötzlich mittendrin.