Wohl an – beginnen wir! Für die erste Etappe nach Butembo stiegen wir zunächst in den Bus, da eine Querung des Virunga NP auf eigene Faust nahezu unmöglich, die Sicherheitslage dort noch immer 'fragil' ist. Aller 15 Kilometer begegneten wir einem Armee-Posten– eine Zigarette hier, ein paar Franc dort diskret aus dem Fenster gereicht – und weiter ging es.

In Butembo stiegen wir wieder auf die Räder und zelebrierten unsere ersten 50 km auf kongolesischem Boden. Zur Begrüßung verwöhnte uns der Kongo mit einer frisch geschobenen Piste - ein „Geschenk“ der örtlichen UN-Truppen – und spektakulären Ausblicken. Ein paar Kilometer nach Beni ging es hinein – in den Wald. Der Ituri-Wald sollte für die nächsten 700 km unser zu Hause sein – und von Stund an ward es grün! Es ist heiß im Wald, heiß, feucht, anstrengend und – großartig! Grün regiert. Die „Straße“ sucht sich ihren Weg durch Bambusalleen und Palmenboulevards. Nicht selten gesteht ihr die Natur ganze 1,5 –2 Meter zu. Es herrscht eine geräuschvolle Stille. Myriaden von Vögeln und Insekten quatschen und tratschen unablässig durcheinander. Zuweilen treffen wir einen allzu neugierigen Affen auf der Straße – doch zumeist hört man sie nur geräuschvoll durchs Geäst toben, sich lautstark über jene 'seltsamen Tiere' auf der Straße austauschend.

Die „Straße“ - ohh wie oft habe ich sie verflucht. Sie bietet wahrlich alles, um dem Leben des Radlers die rechte Würze zu verleihen. Steile Aufstiege auf Geröll, knöcheltiefer Sand, knochenharter Wellblech-Lehm und Schlamm! Oft hieß es stundenlang: absteigen – schieben, ziehen, tragen – aufsteigen ... für 500 Meter – und wieder absteigen ....

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Kongo den 4. April 2007

Die Kongolesen sagen: "Es gibt Afrika. Und dann gibt es den Kongo!“

Sie haben recht! Die DR Kongo versprüht einen eigenen Charme, der einer Reise dort selbst etwas einzigartiges verleiht. Doch lasst mich einmal mehr von vorn beginnen ...

Die wenigen Tage vor unserer Abfahrt in Goma haben wir nicht etwa auf der faulen Haut gelegen. Wir haben fleißig unser „Netz“ gesponnen– an Netz an Informationen und Kontakten. Nicht weniger als 17 Namen und Telefonnummern entlang der kommenden 700 km konnten wir schließlich vorweisen: Priester, Schwager, Direktoren der örtlichen Behörden, Freunde von Freunden ... es gilt hier noch immer: Der Freund eines Freund ist auch mein Freund! Und dieses Prinzip ist hier mehr als bloße Verlautbarung ... :)