Nur radeln? Dies ist der Kongo! So verbrachten wir ein gutes Stück Zeit damit, Checkpoints zu passieren. Immigration-Office, Office für Tourism Services, Security Police, gar das Finanzministerium. Was darf es sein? Jeder war wichtig, jeder wollte sein Stück vom „Mazungu-Kuchen“. Nur 10 USD pro Person! Nur für unsere Sicherheit! Verhandlungsgeschick war gefragt!!! Doch wir sind tatsächlich ohne Zusatzkosten und Verhaftung durchgekommen – wenngleich zuweilen erst nach stundenlangen Prozeduren und Diskussionen! Das Empfehlungsschreiben der Botschaft in Kampala erwies sich als existenziell– ein offizielles Schreiben und Stempel sind im Kongo unverzichtbar!

Nach etwa 15 Checkpoints  und 700 km erreichten wir Kisangani, mitten im „Herzen von Afrika“. Hier stürmten wir geradewegs in ein libanesisches Restaurant und zelebrierten ein echtes Shawarma - ohh welch kulinarisches Fest!

Hier ein Wort zur Verköstigung im Wald. Eigentlich ein Symbol für pflanzlichen Überfluss sucht man im Regenwald oft vergeblich nach Früchten. Eine Ananas ist eine Köstlichkeit – und so selten wie ein Löwe am Südpol. „Wari na Maharagi“ – Reis und Bohnen war unser 2x täglich Brot. Zuweilen noch Sombe und Fufu, beides aus Teilen der Maniok-Pflanze zubereitet, und Affen- und Antilopenfleisch. Für uns mag es ein großes Abenteuer sein – für die Menschen im Wald ist das Leben hart.

Nun – vieles gäbe es noch zu berichten – und muss doch hier verschoben werden!

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Kongo den 4. April 2007

Hierbei entdeckte ich, dass nasser Lehm und Bambusblätter einen hervorragenden Zement ergeben, der jede Schaltung/Bremse spielerisch außer Gefecht setzt. Doch es gab auch Traumpassagen. Auf roter Lateritpiste durch einen „Märchenwald“ zu fahren gehört zu meinen schönsten Erinnerungen. Welch verführerischer Gedanke: der von 'Baumbart' im „Herrn der Ringe“ gehütete Wald ist keine Illusion – er steht hier im Kongo. Er schläft. Doch wenn er einst erwacht, wird nichts ihn aufhalten können ...

Wir fahren nicht allein. Die 'Toleka' begleiten uns. Lastenradler, die bis zu 180 kg bis zu 500 km weit transportieren – und zurück. An dieser Stelle möchte ich diesen Männern meinen Respekt zollen: „Chapeau! Hut ab! Meine tiefe Verneigung vor Euch, die um einiges mehr leisten als wir.“

In Epulu gönnten wir uns einen Tag Ruhe, saßen am Ufer des gleichnamigen Flusses und lauschten seinen Geschichten.