Zuhause. Und das „Programm” hatte wirklich alles zu bieten. Mehrmals fuhren wir uns im Schlamm fest, überschlugen uns beinahe als wir von der Piste abkamen und unser Gefährt schliesslich mit 50 Prozent Neigung zum Stillstand kam und flohen vor der Polizei – unser Fahrer hatte ein „kleines Problem” mit seinen Papieren. Ein Posten wollte uns irgendwann des Nachts stoppen – der Fahrer gab Vollgas und wir hörten die wütenden Rufe des Posten und das weithin hallende Durchladen eines Gewehres – ein jeder ging in Deckung, die Frauen kreischten, indes der Schuss blieb aus. Unser Gefährt, welches seine besten Jahre bereits weit hinter sich gelassen hatte, war überdies schlicht untermotorisiert für die steilen, schlammigen Aufstiege. So blieb uns nichts anderes übrig denn die Hälfte der Ladung abzuladen – etwa 1 Tonne – diese eigenhändig den Berg hinaufzutragen und wieder aufzuladen – bis zum nächsten Berg. Sollten wir noch Zweifel gehabt haben, WARUM wir mit dem Fahrrad reisen – spätestens in Luanda hatten waren sie verschwunden. Luanda – die drittteuerste Stadt Afrikas – hatte nun ihrerseits ein besonderes Bonbon für uns parat: die Visum-Verlängerung im Immigration-Office. Ohh welch behördliche Posse! Der Verlängerungsstempel fand seinen Weg recht schnell in unsere Pässe – doch bis wir diese wieder in den Händen halten durften hatten die angolanischen Behördengötter sich noch einige Hindernisse ausgedacht. Nach einer Woche teilte man uns mit, man könne Mitchs Pass nicht finden! Mit Hilfe eines Freundes (der über weitreichende Beziehungen verfügte) gelang es uns, den Weg des Passes bis zu seinem Verschwinden zu verfolgen. Doch der Pass blieb verschwunden. Als Mitch schliesslich ankündigte, die japanische Botschaft einzuschalten, begann eine eifrige Suche – und siehe da, zwei Tage später tauchte plötzlich er auf! Juchu! Inzwischen wurde uns die Zeit nicht lang – das angolanische Fernsehen interviewte uns und sendete einen Beitrag, welcher uns zu einiger Bekanntheit verholf.

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Namibia, den 11. Juli 2007

Guten Morgen!

Kalt ist es geworden – und wenn es auch keine alles bedeckende und versteckende Schneedecke gibt – es ist Winter all hier! Die so weit gereiste Wollmütze fand schliesslich den Weg aus den Tiefen meiner Packtaschen ans Tageslicht. Ich bin in Namibia, der "german corner of Africa". Lang scheint es her, dass wir in Kinshasa gestartet sind ... Zeit für Erinnerungen ...

Da die angolanische Botschaft in Kinshasa, sagen wir, sich nicht sonderlich kooperativ zeigte, beschlossen wir unser Glück an der Grenze zu versuchen. Dort bekamen wir auch umgehend ein Visum – für 5 Tage! 5 Tage für ein Land welches Deutschland fünfmal in sich aufnehmen könnte! Heigh oh – welch Herausforderung! Wohlan – für die ersten 500 Kilometer auf angolanischem Boden hiess es, ein schnelleres Transportmittel denn unsere Räder zu finden. Kaum im Land stiegen wir also auf einen 25 Jahre alten Laster, der uns nach Luanda bringen sollte. Wenig ahnten wir da von der uns bevorstehenden Odysee. 4,5 Tage war uns dieser LKW ein