Ein heisser Tee mobilisierte, das Falt-Haus routiniert verpacken und rauf auf's Rad. Ein endloses Asphaltband, Zäune allüberall – Farmland. Viel Zeit Gedanken fliegen zu lassen – oder einfach radfahren – Pedalumdrehung um Pedalumdrehung, ein meditatives Dahingleiten. Die Anzahl der Städte auf dem Weg nach Süden lassen sich an einer Hand abzählen. Wir genossen nicht selten die Gastfreundschaft der Namibier – bevor wir schliesslich die wunderbar wild in einer Schlucht gelegene Grenze zu Südafrika überquerten. Fortan wurde es bergig, kälter und windig. Der Auf- und Abbau der Zelte wurde selbst für 2 Personen zur Herausforderung.

Zwischenzeitlich fuhren wir noch einmal zu dritt. Wir wussten von einem weiteren japanischen Radler, der irgendwo hinter uns radelten. Mittels „Strassentelefon”  – man gebe Autofahrern entsprechende Nachrichten mit auf den Weg, auf das der „Angerufene” weiss, wo genau wir uns befinden – so kann er nicht versehentlich vorbeifahren – fanden wir auch zusammen und radelten für ein paar Tage gemeinsam – und bekamen wesentliche Verstärkung für den Zeltaufbau! :)

Die Berge des 'Northern Cape' hatten sich für unsere Ankunft herausgeputzt – und funkelten in unzähligen Farben. 8500 Arten zählt die Region. Nach etwa 300 Kilometern bekamen die schillernden Wiesen zu unserer Linken Gesellschaft durch das tiefblaue 'SoweitDasAugeReicht' des Atlantik auf unserer Rechten.

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Capetown, den 30. August 2007

Der ganze Gewinn einer Reise liegt in Ihrem letzten Tag!  - Paul Nizon

Wenn ich dem auch nicht vollkommen zustimme – eines trifft zu: An solch einem Tag schaltet die interne Kamera auf „replay”. Gesichter tauchen wieder auf, Begegnungen, Landschaften, besondere Ereignisse – und irgendwann ertappt man sich dabei, mit gleichzeitig vergnügtem und abwesendem Blick eine Stunde, zwei, drei.... „verloren” zu haben.Und es ist genau dieser Augenblick, in welchem man erkennt, dass das „Ende” eigentlich gar keines ist, es ist ein Komma, eine schlichte Veränderung der „Umstände”. Vielleicht werde ich in den nächsten Monaten nicht annähernd so oft auf dem Fahrrad sitzen wie in den letzten Monaten doch ... ach ja ... die letzten Kilometer ...

800 Kilometer trennten uns von unserem letzten Grenzübertritt in Afrika. 800 Arbeitskilometer. 8 Uhr raus aus dem Zelt – oft ein Schritt, der grösste Uberwindung kostete da die Temperaturen um diese Zeit nicht weit vom Nullpunkt entfernt waren.